Tipps zum Elternunterhalt

Der wichtigste Tipp vorab: Kommen Sie rechtzeitig!

 

In der vorsorgenden Beratung können Sie Ihre Zahlungspflicht noch beeinflussen.

Kommen Sie zu spät in die Beratung, geht es nur noch um Rechenfehler des Sozialamtes oder um bessere Argumente - also um Schadenbegrenzung. Oft sehe ich sehr enttäuschte Gesichter, wenn ich dann anklingen lassen, welche rechtzeitigen - völlig legalen - Handlungen die Unterhaltspflicht bis auf Null reduziert hätten.

Am besten kommen Sie schon bevor die Heimaufnahme überhaupt droht.

Jedenfalls bevor Sie vom Sozialamt Post bekommen haben (Zustellung in gelbem Umschlag = Rechtswahrungsanzeige). Der Zugang der Rechtswahrungsanzeige beschneidet nämlich die Freiheit Ihrer Entscheidungen.

 

Tipp 1: Kreditraten sind abziehbar

Wenn Sie vor dem Eintritt der Unterhaltspflicht einen Lebensstil hatten, in dem Sie teure Konsumgüter (Pkw, Haushaltsgegenstände, Reisen) über Kredite finanziert haben, sind die Kreditraten bei der Unterhaltsberechnung abziehbar.

Tipp 2: Eigene Altersvorsorge ist wichtig

Machen Sie sich ausgiebig Gedanken über die eigene Altersvorsorge (Vorsorgerückstellungen in Höhe von 5% des sozialversicherungspflichtigen und 25% des nicht sozialversicherungspflichtigen Einkommens sind akzeptabel).

Tipp 3: Altersvorsorge des Ehegatten nicht vergessen

 

Sorgen Sie auch für die Altersvorsorge Ihres Ehegatten, z.B. indem Sie ihm Vermögen dafür übertragen. Bitte denken Sie aber auch an den Fall, dass Ihre Ehe scheitert – den Fall kann man ehevertraglich absichern durch Anrechnung der Übertragung auf einen möglichen Zugewinnausgleich.

Der Ehegatte muss sich nicht unbedingt die 5%-Kappung entgegenhalten lassen.

Tipp 4: Die eigenen Kinder gut versorgen

Denken Sie rechtzeitig an die Einkommens- und Vermögenssituation Ihrer eigenen Kinder, vor allem, wenn diese noch in der Ausbildung sind.

Tipp 5: Geld in Ihre Immobilie stecken

Beachten Sie, dass das best geschützte Vermögen in einer selbst genutzten Immobilie angelegt ist. Vielleicht stehen da Investitionen an (Renovierung, Kachelofen, Solaranlage …)? Tätigen Sie Instandhaltungsrücklagen? Dann regelmäßig und nachweislich!

Tipp 6: Die Eltern tatkräftig unterstützen

Überlegen Sie, ob eigene Beiträge zur Versorgung Ihrer Eltern (Haushaltsführung) Sie vielleicht finanziell entlasten können.

Tipp 7: Hatten Sie eine gute Kindheit?

In Einzelfällen, in denen Sie Ihrem Elternteil vorhalten können, Sie finanziell und emotional vernachlässigt zu haben, sammeln Sie Beweise zu Ihrer Geschichte, um sich ggf. auf Verwirkung berufen zu können.

Tipp 8: Denken Sie an Abänderung

Wenn Sie schon vor der Beratung Elternunterhalt gezahlt haben, ist durch die Erhöhung der Selbstbehalte oft  eine Reduzierung möglich. Auch kann die BGH-Entscheidung aus 2010 für Sie besser sein als eine frühere Berechnung. Prüfen Sie die Abänderung bald, denn es gibt keine Rückwirkung.

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Aktualisiert zuletzt am

22.10.2014

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Was gibt`s Neues ?

11.1.2017: BGH zum Wechselmodell

27.01.2017: Unterhaltsvorschuss ab Juli unbefristet bis 18

9.8.2016: BGH zur Patientenverfügung

18.12.2015: OLG Dresden zum Unterhalt im Wechselmodell

18.8.2015: Gemeinsames Sorgerecht fürs Kindeswohl

11.8.2015: Wo stirbst du? Erben in der Euregio

27.7.2015: Kind schwerbehindert - Unterhalt für die Mutter?

15.7.2015: Neue DT und Kindergelderhöhung

8.6.2015: Hausfrau und Altersvorsorge: 5% von Null ist Null?

23.1.2015: Ordnungsgeld für Umgang verweigernde Mutter

20.1.2015: Rechengrößen VA 2015

1.12.2014: Versorgungsausgleich: Verzicht, Abfindung und Steuervorteile

26.11.2014: 8,50 € Mindestlohn als fiktives Einkommen beim Unterhalt

5.11.2014: zwei Ehefrauen und der Unterhaltsrang

27.10.2014: BGH aktuell zum Wohnvorteil

22.10.2014: Pflegeverpflichtung und Heimkosten

12.9.2014 Mütterrente kommt Ex-Männern zugute

4.9.2014: Lebenslangen Unterhalt: es gibt ihn doch noch!

9.7.2014: Altersvorsorge des Schwiegerkindes

2.7.2014: Bindungstoleranz beim Hund

22.5.2014: Wechselmodell und Unterhalt

28.4.2014: Kontoplünderung bei Trennung

20.3.2014: Verwirkung des Ehegattenunterhalts durch unbeweisbare Vorwürfe

13.3.2014: Vaterschaft: wer nicht anficht, zahlt Unterhalt

3.3.2014: BGH-Begründung zum Rechenweg bei Elternunterhalt ist da

12.2.2014: Rabeneltern-Entscheidung des BGH zu Kontaktabbruch und Elternunterhalt

22.1.2014: Sorgerecht-Checkliste für Väter

20.1.2014: Hinweise für Verfahrenskostenhilfe-Mandanten

11.11.2013: Gemeinsamer Anwalt bei Trennung/Scheidung

11.9.2013: Testamentsvollstreckung

7.8.2013: BGH zur Immobilie im Elternunterhalt

13.7.2013: Gesetz zum Umgangsrecht für leibliche Väter

4.7.2013: Problemfeld: Beamter, Dienstunfähigkeit und Versorgungsausgleich

4.6.2013: BGH: Auch Arbeitsplatzwechsel kann ehebedingten Nachteil bedeuten

25.5.2013: BGH: Vaterschafts-Anfechtung durch Samenspender möglich
8.5.2013: Keine Abzüge beim Mindestunterhalt

19.4.2013: Sorgerecht für unverheiratete Väter ab 19. Mai 2013

8.4.2013: Scheidung im Ausland und Versorgungsausgleich

6.2.2013: Mehr Schutz für Hausfrauen-Ehen

 

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Denkanstoss für Sie:

Es war einmal ein Mann, der kroch auf den Knien um eine Straßenlaterne und suchte im Lichtkreis seinen Schlüssel. „Wo haben Sie ihn denn verloren?“, fragte ein Passant.  Der Mann antwortete: „Dort hinten in der dunklen Gasse.“ – „Und warum suchen Sie dann hier?“ – „Weil es hier hell ist“, antwortete der Mann.

Sie haben Streit mit jemandem. Und Sie suchen eine Entscheidung in einer Auseinandersetzung mit allen bekannten Mitteln, vielleicht in einem Gerichtsverfahren – wie der Mann seine Schlüssel im hellen Lichtkegel sucht. Lassen Sie sich helfen, die Lösung im Dunkeln zu finden: mit Mediation.

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